Trekking im Hohen Atlas

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Marokko stand eigentlich gar nicht auf der Länderwunschliste unseres Sabbaticals. Bis der Hohe Atlas „ins Bild“ kam, den vor allem ich einmal in meinem Leben durchwandern wollte: hohe Gipfel, bizarre Gesteinsformationen, touristisch nicht erschlossen, schöne Berberdörfer, herbsttauglich warm, klare Luft… Und bald schon war klar, dass Zelt, warme Schlafsäcke, Gaskocher, Kochgeschirr und -Besteck, Bergschuhe und -Gewand auch in den Rucksack mussten.

Wir wählten für unseren Atlas-Trek die Mgoun-Region, also den in Marokko westlicher gelegenen Zug des Hohen Atlas. Orientierung gaben uns der „Moroccan Altlas Trekking Guide“ von Alan Palmer (Trailblazer Verlag), Originalkarten (M 1:100.000) aus dem Jahre 1972 vom marokkanischen Kartografie-Institut sowie die GPS-fähige Gratis-App „Soviet Military Map“ (M 1:100.000) aus dem Jahr 1980. Da die Wege im Atlas (noch) nicht markiert sind, es durch Schafe und Ziegen tausende Wegmöglichkeiten gibt und wegen der schwachen Besiedelung auch mit keinen Auskunftspersonen zu rechnen war, musste jeder Tag genauest geplant werden.

Der Trek war für zumindest acht Tage angelegt. Die für Marokko stets etwas oberflächlich gehaltene Wettervorhersage war gut. Startort war Tighza. Weiter ging es über Tagoukht, Megdaz, Ichbbakene, Amezri, Tarkeddit-Refuge, Jbel Mgoun (Ighil n’Oumsoud, 4068 m) und über Talat Righane mit dem Apfeltransporter zurück in die Zivilisation nach Kalaat M’Gouna bzw. Ouarzazate. Zwei Nächte verbrachten wir im Zelt, an den restlichen Abenden fanden wir einfache Herbergen in einem der Berberdörfer. In all den acht Tagen sind wir keinen anderen Wanderern begegnet.

Die fast schon Unendlichkeit der Landschaft, die Zivilisationsferne, die Wasserarmut, die freundliche Reserviertheit und gleichzeitige Gastfreundschaft der Berber bleiben als herausragend im Gedächtnis. Mit dem Wetter hatten wir großes Glück, auch wenn es in den Nächten und am Jbel Mgoun empfindlich kalt war. Das Fotoalbum gibt einen kleinen Einblick.

Für eine feine Darstellung klicke bitte ins erste Bild.

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Reinhard Geßl
Reinhard Geßl
Mein Herz schlägt beruflich seit 25 Jahren für eine ökologisch-tiergerechte Landwirtschaft. Die Zukunft der Landwirtschaft kann nur so aussehen! Ich sehe es als meine Berufung, ProduzentInnen und KonsumentInnen zusammen zu bringen.